CHECKLIST für PCB-Reparatur

  • Ich selber habe nicht die geringste Ahnung, wo man da ansetzt, dachte aber, ich mach mal den Anfang und (hoffentlich) fähigere Leute als ich erweitern das dann so peu a peu.


    Es soll also um die Reperatur von defekten PCBs gehen. Wie geht man da genau vor? Was gilt es zu beachten, was sollte man auf gar keinen Fall tun? Was für Geräte benötige ich? Aus was für Bausteinen besteht eine PCB und woher bekomme ich Ersatz? Wohin kann ich mich wenden, wenn meine Skills nicht ausreichen?


    Zuallererst wollen wir mal grundsätzlich versuchen auszuschließen, dass nicht irgendetwas anderes im Automaten defekt ist, so kann man sich schon mal gleich viel Arbeit und Kummer ersparen. Daher:



    A: Grundwissen


    Punkt 1: Ursache Automat?
    Laufen andere Platinen im Automaten korrekt? Wenn andere Platinen einwandfrei funktionieren, geht es weiter zu Punkt 2.


    Punkt 2: Spannungen:
    Kommen alle benötigten Spannungen (+5V, +12V, evtl. -5V) an der Platine an? Ein überaus wichtiger Punkt, da eine Spielplatine ohne Strom nicht läuft. Es gibt keine andere Möglichkeit dies festzustellen, als es zu messen. Das Messen geschieht mittels Messgerät, bspw. einem Multimeter, die es für wenig Geld (schon ab 5 Euro) im Elektronikhandel oder bei Ebay käuflich zu erwerben gibt. Wichtig für die korrekte Darstellung von Grafik sind in erster Linie die +5V. Diese sollten sich in einem Spektrum von 4,9 bis etwa 5,1 Volt ansiedeln. Weniger führt in einigen Fällen zum Kollaps, mehr ebenfalls. Leute mit einem Netzteil, bei dem man die +5V nicht regeln kann, sollten dies ändern und sich ein Schaltnetzteil besorgen, dass z.B. im Arcadeshop erhältlich ist.
    Liegen alle benötigten Spannungen an, geht es weiter zu Punkt 3.


    Punkt 3: Roms:
    Es kann mit der Zeit und durch vielfachen Transport passieren, das gesockelte Roms nicht mehr in richtig in der Fassung stecken. Gesockelte Roms kann man mit einer dafür vorgesehenen Zange vorsichtig aus dem Sockel lösen und sodann wieder einsetzen und fest aufdrücken. Das ganze sollte man - wie gesagt - vorsichtig tun, damit keine Beinchen abbrechen. Auch ist es wichtig die Roms wieder in die richtige Position einzusetzen.
    Auch kann man checken ob nicht evtl. irgendwo bereits ein Beinchen abgebrochen ist. In diesem Fall lötet man eine Kabel-Verbindung von Rom zu Sockel. Sind alle Roms festgedrückt und auch äußerlich ist keine Beschädigung zu erkken, geht es weiter zu Punkt 4.


    Punkt 4: Verbindungen:
    Viele PCBs sind mehrstöckig, d.h. sie besteht aus mehreren Platinen, die miteinander verbunden sind. Es bietet sich an, diese Verbindungen zwischen den einzelnen Platinen durchzuklingeln. Das können z.B. Flachbandkabel sein oder Custom-Stecker wie bei CPS-Platinen.


    Punkt 5: Suicide Batteries:
    Einige PCBs haben sog. Suicide Batteries eingebaut, um die PCB vor Raubkopierern zu schützen. Dies gilt vor allem für Spiele CAPCOM und SEGA. Eine Ursache für eine defekte PCB kann eine Batterie sein, die ihre Spannung verloren hat, woraufhin ein bestimmer Entschlüsselungs-Mechanismus nicht mehr greift. Das typische Zeichen für eine defekte PCB aufgrund einer leeren Batterie ist im Falle eines CPS2-Boards ein grüner Bildschirm. Man checke daher auf dieser Seite, ob die jeweilige PCB evtl. eine Suicide Battery eingebaut hat, die tot sein könnte:
    http://www.arcadecollecting.com/dead/dead.html



    B: Erweitertes Grundwissen


    Weiter gehts. Als nächstes wollen wir etwas tiefer in die Materie gehen und uns einen IC anschauen:
    [ATTACH=CONFIG]16196[/ATTACH]
    Im Allgemeinen hat ein IC entweder eine Kerbe oder einen Punkt als Orientierungspunkt. Man zählt dabei gegen den Uhrzeigersinn. Im Beispiel ist der mit dem Punkt markierte Pin unser Pin 1, der rechts daneben Pin 2 usw.


    Angenommen auf einer x-beliebigen PCB (als Beispiel nehmen wir VS Super Mario Bros) funktioniert ein Knopf nicht mehr (als Beispiel soll der Credit-Button nicht mehr funktionieren). Dann schauen wir in den Schaltplan und verfolgen das Signal vom Jamma-Anschluss bis zum ersten IC. Auf dem Foto sehen wir einen Teil-Ausschnitt des Schaltplans von VS Super Mario Bros. Ganz recht unten sehen wir das Signal für Coin 1 und Coin 2.
    [ATTACH=CONFIG]16197[/ATTACH]
    Das Signal führt durch Widerstände schließlich zum IC 8M, evtl. ist dieser IC defekt. Wir prüfen die beiden Pins, an denen die beiden Coin-Signale von Jamma-Stecker ankommen, also Nr. 15 und Nr. 13.



    C.1: Spezialwissen


    C.2: Einen Logic Probe benutzen

    Was ist ein Logic Probe? Ein Logic Probe ist ein Werkzeug, um das Verhalten eines aktiven elektronischen Schaltkreises zu analysieren (in unserem Fall handelt es sich um eine Spielplatine, die mit den benötigten Spannungen versorgt wird). Ein typischer Logic Probe sieht so aus und kostet nicht viel (geht schon bei 15 Euros los):


    [ATTACH=CONFIG]24708[/ATTACH]
    Man sieht das Gerät selbst, die Messspitze und zwei Kroko-Klemmen, rot + schwarz. Der rote Anschluss wird an den Spannungs-Punkt des Schaltkreises geklemmt (meistens sind es +5V, maximal +15V), der schwarze an Ground. Mit der Messspitze werden nun die Pins der zu erforschenden ICs, Transistoren etc. geprüft.


    Achtung: Beim Brücken von Pins kann es zu Kurzschlüssen kommen, die den betreffenbden Baustein zerstören können. Also aufpassen. ;)


    Was prüft ein Logic Probe?
    Im Prinzip analysiert der Logic Probe digitale Logik, also Nullen und Einsen. Das digitale Signal ist entweder ON (HIGH, Spannung) oder OFF (LOW, keine Spannung):
    [ATTACH=CONFIG]24709[/ATTACH]


    Die Abfolge der Nullen und Einsen wird bestimmt durch das Clock Signal. Das Clock Signal sagt der CPU zu welchem Zeitpunkt sie den Zustand eines Bausteins (HIGH oder LOW) abfragen soll. Man nennt dies auch den Pulse. Hier ein Beispiel für das Pulsieren des Clock Signals:
    [ATTACH=CONFIG]24710[/ATTACH]


    Das obige Beispiel zeigt, das die ON-Zeit genauso lang ist wie die OFF-Zeit. Man könnte sagen, dass das Pulsieren des Clock Signals so etwas wie der Herzschlag der Spielplatine ist. Je schneller der Herzschlag der Platine, desto schneller kann die CPU die Nullen und Einsen senden und interpretieren (3 Megahertz bedeuten beispielsweise 3 Million Zyklen pro Sekunde.


    Das wars schon. :D Mehr muss man fürs Erste nicht wissen!


    EinLogic Probe zeigt uns also 3 Zustände an (via LEDs):
    - ON
    - OFF
    - Pulsing


    Einsatz:
    Wir haben Problem X und wollen wissen, ob Bauteil Y dafür verantwortlich ist. Wir besorgen uns also die Schematics von Bauteil Y (kann man sehr, sehr leicht ergoogeln, es genügt meist einfach nur die Bezeichnung des Bausteins bei Google einzugeben, z.B. ein Z80 Prozessor). Im ausgeschalteten Zustand knipsen wir dann die rote Krokodil-Klemme an +5V und die schwarze an Ground (aufpassen, dass nichts kurzgeschlossen wird!). Nun schalten wir das Spiel ein. Mit der Messspitze tippen wir nun auf die zu prüfenden Pins von Bauteil Y. Das Logic Probe sagt uns nun (via LED), ob der Pin LOW oder HIGH ist.


    Wir wissen nun, wie wir den Logic Probe einsetzen. Um ihn sinnvoll einzusetzen, müssen wir noch verstehen, wie das zu messende Bauteil funktioniert. Dazu analysieren wir vor dem Messen die Schematics/das Datasheet des Bauteils. Hier das Datasheet eines 74LS02:
    [ATTACH=CONFIG]24715[/ATTACH]


    Wir sehen die verschiedenen Pins des Chips, Pin 7 ist bspw. Ground (GND), Pin 14 ist VCC +5V. Der Rest ist entweder INPUT oder OUTPUT.



    So ein Logic Probe ist bei der Fehlersuche nur bedingt brauchbar, da sich die meisten Signale dynamisch sehr schnell ändern. Ein Logic Probe der besseren Art ist ein Oszilloskop, welches den Verlauf der Logikpegel direkt sichtbar macht. Mit einem einfachen Logic Probe wie dem hier beschiebenen kann man aber zumindest einmal feststellen, ob gewisse Pegel dauernd auf logisch 0 (0V) oder auf logisch 1 (5V) sind. Wenn der Probe zum Beispiel an einem Chip-Select (CS#) ein permanentes "0" anzeigt, so sollte das stutzig machen, da kaum ein Speicher (gerade EPROMs nicht) permanent selektiert wird (Chip Select ist im Allgemeinen invertiert aktiv, also angewählt bei Pegel "0")... Vielleicht sind aber die anderen Impulse nur zu kurz, um vom Probe angezeigt zu werden. Das wiederum kann man dann nur mit dem Oszi überprüfen. 74LS138 (1 aus 8 Decoder) ist so ein klassischer Baustein, um aus drei Adressleitungen acht verschieden CS-Signale zu erzeugen. Und die Dinger gehen gerne kaput, meist mit einer permanenten "0" auf einem der Kanäle. Das kann man mit dem Logic Probe schon mal erahnen.






    Dateien

    • IC.jpg

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    • sss copy.jpg

      (187,88 kB, 53 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • logicprobe.jpg

      (25,11 kB, 213 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • digitallogic1.jpg

      (27,82 kB, 240 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • datasheet.gif

      (18,76 kB, 205 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    29 Mal editiert, zuletzt von Hass ()

  • sehr löblich :)


    es zeigt sich jedoch, das es gar nicht so einfach ist, ein noob freundliches TUT zu erstellen.
    durch die komplexen möglichen fehlerquellen, würde ein abfragebaum extrem ausufern und unübersichtlich werden.
    hier sind ideen für eine struktur gefragt. am besten so, das jeder etwas eintragen kann.
    da man ja auch nicht an alles denken kann, sollen alle interessierten gerne "ihre" fragen stellen und/oder vorschläge einbringen.


    am ende könnte man dem ganzen einen schönen rahmen geben z.b. durch arcade GFX
    hier könnten sich grafiker einbringen.



    ich werde mal die moderatoren befragen, was, hier möglich ist..........



    edit:
    moderatoren haben geantwortet: um das ganze in eine vernünfitge form zu bringen, wird es als WIKI eintrag verwirklicht werden.


    dazu schlage ich vor, diesen thread als sammelbecken für ideen zu nutzen.
    diese werden dann aufgearbeitet und ins WIKI übernommen, was haltet ihr davon?

    2 Mal editiert, zuletzt von Astrocade ()

  • Halt ich für ne gute Idee!


    Aus meiner eigenen Erfahrung sollte man evtl. bei mehrstöckigen Platinen auch Checken ob 1. Die Flachbandkabel richtig sitzen und 2. die PCBs auch in der richtigen Reihenfolge zusammengesteckt sind. Dazu evtl. auch nochmal das Pinout, welches man meistens ausm Internet hat, mit der PCB gegenchecken. Zumindest GND und die Spannungen kann man meistens auf der Rückseite verfolgen.

  • @Smiley: Jo, guter Punkt, habe ich bei 4. eingpflanzt.
    @Astro: Supergeil! :)
    Ich traue mich leider nicht eine Frage zu stellen :D. Oder doch? Einer muss ja den Anfang machen? Einfach dummdreist drauflos?

  • na klaro,


    so machen wir das........du bringst alles in deinen ersten post,
    ich werde das ganze dann im hintergrund mal in strukturen sortieren, so das es WIKI fähig wird.
    das letzte wort haben dann die MODs.


    ok?

  • Okely-dokely :D. Ich habe ja wirklich so gut wie Null Ahnung davon, die Hauptsache ist, dass mal Steine ins Rollen gebracht werden. Ein Wiki-Artikel bestehend aus dem geballten Gehirnschmalz mehrerer Pros wäre am Ende natürlich das Allergeilste :).


    Hm, dann mach ich mal den Anfang mit ner doofen Frage, ihr seht mich jetzt nackend und dumm vor gebildetetem Publikum stehen :D:


    Habe eine VS Super Mario Bros hier, die keine Coins mehr annimmt. Das hat mich immer schon gestört, weil man so nämlich nicht spielen kann :D.
    Wie gehe ich da nun vor? (<-- krass :D)

  • das gehört schon in die rubrik "erweitertes grundwissen"
    dazu müßen eingänge an ics geprüft werden.
    voraussetzung ist hier ein schaltplan.
    hast du den vorliegen?

  • HI
    Gute Idee, aber dieses Thema ist verd.... komplex.
    Und es sollte klar sein, daß ohne Hintergrundwissen über die Funktionsweise von Prozessoren mit ihren Befehlssätzen und das Zusammenspiel der zugehörigen Peripherie (Adressleitungen / Datenleitungen) bis hin zu den Speicherbausteinen eine Diagnose, auch nur ansatzweise, nicht möglich ist.
    Dabei wird jetzt schon klar, daß es dabei sehr viele Level gibt, und kaum einer wird die Architektur einer PCB komplett begreifen können.


    Hier sollte an erster Stelle eine Einführung in die Grundlagen stehen, ebenfalls, welche Meßmittel zur Verfügung stehen sollten.
    Also ohne Multimeter braucht man garnicht erst anfangen, besser, man besitzt ein Scop, damit lassen sich die Spannungen "sehen".
    Und man kann recht genau Frequenz, Verlauf und Zeitpunkt beurteilen.
    Kein Kontaktspray oder so!!! Das macht nur Ärger, besser ist hier ein Glasfaserradierer, damit lassen sich auch Fingerboards aller Art putzen.
    Grundsätzlich sollte ein stellbares Netzteil Verwendung finden, manche ältere PCBs kommen mit exakt 5V nicht richtig zurecht.
    Dann hängt die sich auf oder macht Graphikfehler (Klötzchenbildung). Es gibt dabei sowohl Kandidaten, die nur 4,5V brauchen und bei 4,8V zicken,
    als auch welche, die 5,3V benötigen. Versuch macht klug. Und die Spannung immer an der PCB selbst messen, auf dem Weg vom Automatennetzteil
    über Sicherungen, Steckverbinder und oft lange Kabel können schon einige hundert mV versacken!


    Als Praktiker kann ich nur das zusammentragen, was ich schon oft als Ausfallursache erlebt habe.


    Eine PCB macht Millionen Arbeitsschritte in der Sekunde, und alles ist zeitgesteuert verknüpft durch den sogenannten Systemtakt.
    Kein Takt, keine Funktion, basta. In der Digitaltechnik sind die Informationen in der Zeit codiert, und nicht in der Spannung!
    Es gibt immer nur 1 oder 0, also H bzw. L Level, aber der exakte Zeitpunkt ist wichtig. Und damit alle Bausteine mikrosekundengenau
    miteinander arbeiten können, beginnt nach dem Starten alles mit einem gemeinsamen Reset. Damit wird definiert, wer mit wem und wann spricht!!
    Bei einer toten PCB lohnt es sich daher, nachzuschauen, ob das Clock-Signal überhaupt da ist und ob der Reset funktioniert.
    Manchmal ist ja nur der Schwingquarz lose oder abgebrochen.
    Mal mit dem Fingerrücken über die Bauteile gehen, wenn da ein IC sehr heiß wird, ist das auch ein Fingerzeig.


    Kontaktfehler aller Art sind gerade bei mehrstöckigen Konstruktionen die häufigste Ausfallursache, allem voran die breiten Verbindungskabel von Etage zu Etage.
    ICs in ihren Sockeln, wobei sone PCB vlt. länger im Keller lag und die Anschlußbeinchen korrodiert sind. Passiert auch mit den Sockeln selbst.
    Bestimmte Baureihen der ICs bekommen regelrecht schwarze Beinchen, die sind z. B. mit einem Glasfaserstift wieder blank zu kriegen, vorsicht, brechen gerne dabei ab.
    Überhaupt: Große und damit schwere Bauteile verlieren gerne mal den Halt in ihren Lötstellen, allem voran Elkos und Lastwiderstände.
    Da ist einfache Sichtprüfung angesagt. Zigpolige Steckverbindungen fallen oft durch kalte Lötstellen auf, meistens beginnend an den äußeren Kontakten.


    Kein Ton: 12V vorhanden? Eigentlich funzen alle PCBs ohne die 12V-Schiene, halt nur ohne Ton.
    Ältere PCBs brauchen oft noch eine Hilfsspannung -5V, weil die Umsetzung hinter dem DAC mit OPs realisiert wird, die eine geteilte Speisung benötigen.
    Endstufen-ICs fallen auch gerne aus, manchmal sieht man schon abgeplatzte Stellen am IC, oder es wird irre heiß. Oder es bleibt total kalt, auch verdächtig.
    Elkos lose in den Lötstellen (siehe oben), Poti für die Lautstärke defekt oder ganz runtergedreht. In diesem Falle hört man aber noch ein Surren oder Rauschen
    aus dem Lautsprecher, wenn das IC noch ok ist. Poti aufdrehen sollte diesen Effekt deutlich zeigen, spätestens, wenn man mit einem Metallstück den Schleifer
    des Potis berührt, sollte ein Brummen hörbar werden.


    Bei Teildefekten der Steuerung erstmal schauen, ob am zuständigen Pin die Pullup-Spannung (~5V) ansteht. Wenn ja, hilft nur, die Leiterbahn bis hin zu dem ersten IC zu verfolgen, das ist möglicherweise defekt, so daß die Aktion dem Datenbus nicht mitgeteilt werden kann.


    Wie kommt eigentlich das Bild auf den Monitor? Und der Ton aus dem Speaker?
    Und wie greife ich als Player mit dem Stick und den Buttons ins Geschehen ein?
    Woher weiß der Rechner bespielsweise, wenn ich ein Ziel getroffen habe?
    Ich fühle mich dazu nicht berufen, das zu erklären, aber vielleicht kann das ja einer unserer Informatiker.:):)


    Gruß
    Winfried

    Vacuum-Fachverkäufer


    Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher sich durch Gebrauch vermehrt! :thumbsup:


    Aus aktuellem Anlaß weise ich darauf hin, daß Reparaturtips nur unter Beachtung der Regeln im Umgang mit elektrischen Geräten befolgt werden sollten!
    Sollten dort Zweifel bestehen, bitte einen Fachmann zu Rate ziehen!

  • prima,
    du hast hier die volle bandbreite der möglichkeiten angesprochen.
    als grobe struktur schlage ich vor:



    "grundwissen"
    "erweitertes grundwissen"
    "spezialwissen"


    das ganze für analog (monitore, audio)
    und digital (pcbs)


    @HASS
    kannst du das mal vorsortieren, bitte?

  • Saugeil, Winni! Ich verstehe auf Anhieb noch nicht viel, aber ich lese mich da langsam rein :).
    @Astro: Jup :). Bzw. ich versuche es :D.

  • nein,
    hast du einen logik tester?
    sonst tut es auch ein messgerät


    prüf mal am IC 7M (74ls240) die pins 13 + 15
    zählweise ist gegen den uhrzeigersinn ab dem punkt auf dem IC
    sind die high (5V) oder low (0V) ?

    Einmal editiert, zuletzt von Astrocade ()

  • Ein Messgerät ist vorhanden. Ok, ich werde es checken, sobald ich die PCB nächste Woche in Händen habe. Ich gehe leider derb unvorbereitet in die Geschichte herein (was mir peinlich ist), aber mir wurde ja auch praktisch das Messer auf die Brust gesetzt. Merke: man sollte immer eine defekte PCB griffbereit haben :D.


    Ok, also auf dem IC 7M die Pins 13 + 15 im angeschalteten Zustand auf Volts messen. :)


    PS: Das mit der Zählweise ab dem Punkt ist für mich ebenfalls neu und von krassem Interesse. :)

  • @Ryo: :)


    @all: Also, damit ich Übermorgen auch alles schnell richtig machen kann, wenn die PCB da ist:
    - Ich nehme einen x-beliebigen Ground-Punkt und messe von diesem an die Pins 13 + 15? So finde ich heraus ob die Pins high oder low-level sind?
    - Und wenn ich die Funktion des ICs testen will, nehme ich einen x-beliebigen Ground-Punkt und brücke mit einem Kabel (ein 100 oder 200 Ohm-Widerstand dazwischen) gegen den jeweiligen Pin?

  • Bei Input-Problemen jeder Art (zb. Joystick, Buttons oder Coin-Input geht nicht) mache ich immer folgendes:


    1) Testen, ob der Input wirklich funktioniert. Dazu muss man in der Regel den betroffenen Mikroschalter testen. Joysticks, Buttons und Coin-Slots haben ja in der Regel Mikroschalter. Die gilt es einmal durchzumessen. Ein Kontakt des Mikroschalters geht in der Regel gegen GND, der andere führt zu einem Pin auf dem Anschlussstecker der PCB (edge connector). Den Mikroschalter testet man, indem man das Multimeter auf den Durchgangsmesser stellt. und dann an die beiden Kontakte des Mikroschalters hält. Wenn er gedrückt wird (und nur dann!) sollte das Messgerät Durchgang anzeigen, respektive piepen. Wenn der Test fehlschlägt, muss der Mirkoschalter ausgetauscht werden.


    2) Testen, ob das Signal an der PCB ankommt. Dazu misst man wieder auf Durchgang, diesmal aber am edge connector der PCB. Hierzu zwischen dem Input-Pin und GND messen. Auch hier gilt: nur wenn der Schalter gedrückt wird, darf Durchgang angezeigt werden. Gemessen wird immer auf der PCB. Eventuelle Adapter werden damit quasi auch gleich mitgeprüft. Wenn der Test fehlschlägt, ist entweder ein Fehler im Adapter oder auf dem Kabelweg vom Input zur PCB. Eventuell ein Kabelbruch unterwegs oder schlechte Steckverbinder irgendwo oder etwas in der Art.


    3) Nun geht es ins Eingemachte. Wir haben festgestellt, dass das Signal auf jeden Fall auf der PCB ankommt. Nun müssen wir den Weg des Signals auf der PCB verfolgen und alle involvierten Bauteile überprüfen. Das funktioniert am besten mit einem sog. Logic Probe. Das Gerät zeigt an, ob ein Signal gerade geschaltet ist (high), nicht geschaltet ist (low) oder pulsiert (pulse), d.h. sich in schneller Abfolge verändert. Kleiner Exkurs: Inputs sind auf Platinen fast immer über Buffer oder Trigger gepuffert. Was bedeutet das? Bleiben wir mal beim Beispiel des Coin-Einwurfs. Jede Platine arbeitet in einem bestimmten Takt und kann auch nur in diesem Takt Signale verarbeiten. Der Münzeinwurf erfolgt ja willkürlich und der Buffer/Trigger Baustein sorgt dafür, dass das Signal bis zur Verarbeitung "aufbewahrt" und dann taktgerecht weitergegeben wird. Finden kann man den Baustein recht einfach. Man nehme den Schaltplan (schematic) und suche den Pin auf dem Edge Connector für Coin. Dann einfach die Leitung verfolgen und kucken, wo der hingeht. Mit großer Wahrscheinlichkeit geht die Verbindung (trace) in einen LS367, LS368, LS240 oder ähnliche Bausteine. Aus dem Schaltplan lässt sich dann ablesen, an welchen Pin des Chips das Signal geht.


    Den Input-Pin des Bauteils kann man nun im laufenden Betrieb mit dem Logic Probe messen. Es sollte nichts oder high angezeigt werden. Solange man den Mikroschalter betätigt, sollte das Signal gegen GND gehen und low angezweigt werden. Wenn es nicht so reagiert, ist es möglich, dass entweder das Bauteil hin ist oder eine Leiterbahn vom Pin am edge connector bis zum Chip beschädigt ist. Das kann m,an wiederum mit dem Multimeter messen. Dazu einfach auf Durchgang stellen und mit einer Seite am edge connector und der anderen am Chip-Beinchen messen. Wenn Durchgang, dann alles ok, wenn nicht muss man schauen, wo die Leitung unterbrochen ist und ggfls. mit einer Kabelbrücke oder kleinem Draht flicken.


    Falls bis hierhin alles gut erscheint, müssen wir uns nun der anderen Seite des Chips widmen. und schauen, ob das richtig ankommende Input-Signal durch das Bauteil auch richtig weitergegeben wird. Hierzu muss man das schematik des Bauteils anschauen und dort ablesen, wo das Input-Signal wieder ausgegeben wird. Bei Beispiel hier (ls240 mit Eingangspins 13 und 15), wären das die Pins 7 (für den 13er Eingang) und 5 (für den 15er Eingang). An die Pins den Logic Probe halten, Coin Schalter drücken und kucken, ob da ganz kurz ein Signal zu sehen ist. Das geht seeehr schnell. Die Logic-Probes haben aber dafür meist einen Puffer, der die Signaländerung speichert und auch noch anzeigt, wenn das Signal schon längst wieder weg ist. Wenn hier nix kommt oder der Ausgang immer auf high oder low ist (man spricht in dem Fall von "stuck"), ist recht sicher das Bauteil hin und muss getauscht werden.


    So würde ich das machen ... ich hoffe, ich habe keine groben Schnitzer eingebaut. Astro, bitte korrigieren =) Ich bin selber erst in einer recht frühen Phase der PCB-Reparatur angekommen und lerne fortwährend. Also bitte um Nachsicht, falls mein Kung Fu noch nicht stark genug ist.

    Einmal editiert, zuletzt von PunkRockCaveman ()

  • Obergeil, in deinem Post sind wieder so einige für den Schwachkopf (ich) neue + interessante Sachen zu finden. Auch danke für die fast Behinderten-gerechte Erklärung, aber genau so muss man das erklären, sonst versteht man nämlich echt nur Bahnhof!


    - High/low-Level misst man mit Logic Probe (besorgen + einsetzen, scheint ja recht easy zu sein :))
    Braucht man ein CMOS oder TTL-Teil? Nicht dass ich wüsste, wo der Unterschied wäre :D.



    - man trennt bei Chips nach zu testendem Input und Output :)

  • es gibt viele wege nach rom :)


    @HASS: wir bewegen uns in der TTL welt ;)


    input tests immer mit einem widerstand gegen GND (100-200 Ohm) warum? falls du mal auf einen pin mit versorgungsspg. oder ausgängen triffst würdest du sonst einen kurzschluß erzeugen.....
    die ausgangsseite des zu prüfenden ICs kannst du i.d.r. nicht überprüfen, weil du da oft schon am systembus bist. da ist immer viel loß ;) und du weißt nicht welches dein signal ist. dazu braucht es dann ein oszi. man kann aber davon ausgehen, das wenn ein low am input anliegt und du keine reaktion drauf hast, das IC defekt ist....