Wo kann ich ein Degaussing-Tool bekommen?

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    • Wo kann ich ein Degaussing-Tool bekommen?

      Hallo,

      ich hatte über den Amazon-Marketplace bei dem chinesischen Anbieter DealMux ein Degaussing-Tool bestellt. Da das leider nicht geliefert wurde, habe ich jetzt den Kaufpreis zurückerhalten.

      Habt Ihr eventuell einen Tipp, wo ich jetzt so ein Tool bestellen kann? Habe lediglich bei ebay einen Anbieter in den USA gefunden, da ist es mir aber - auch wegen der Versandkosten - zu teuer. Andere Anbieter habe ich trotz suche über Google leider nicht finden können.

      Bin für jeden Tipp dankbar :)
    • So, ich habe das Gerät mittlerweile erhalten und getestet.

      Hier mein Fazit:

      1.) Lohnt sich so ein Gerät überhaupt?
      Auf jeden Fall. Der Monitor meines Quadro Jumbo hatte in einer Ecke eine Verfärbung, die durch die Degaussing-Funktion des Monitors nict behoben werden konnte. Der "Fleck" wurde mit der Zeit sogar größer. Mit dem Degaussing-Gerät ließ sich die Verfärbung ganz einfach und problemlos entfernen. Daher eine klare Kaufempfehlung. So ein Teil sollte man wirklich zu Hause haben.

      2.) Kann man dieses Gerät von Jammastar nehmen?
      Ja. Der Anbieter verschickt zwar aus Frankreich, die Lieferung erfolgt aber sehr schnell. Der Kontakt war gut, die Kommunikation auf englisch kein Problem. Eine Nachfrage nach Erhalt des Gerätes wurde sofort beantwortet. Das Gerät hat einen US-Stecker und kann mit einem Adapter (unter 2,- EUR inkl. Versand bei Ebay) problemlos in die Steckdose gesteckt werden. Funktioniert einwandfrei.

      Der Versand nach Deutschland ist allerdings etwas teurer als oben in dem Post angegeben. Inklusive Versand kostet das Gerät knapp 32,- EUR, wobei der Versand tatsächlich recht teuer war, wie ich an der Briefmarke sehen konnte.
    • Hier mal was Grundsätzliches zur Entmagnetisierung:

      Bei einer Farbbildröhre werden drei dicht nebeneinander liegende Elektronenstrahlen (für jede der drei Grundfarben getrennt) von System im Röhrenhals ausgesendet.
      Dann elektrostatisch fokussiert (punktgenau gebündelt) und zur sogenannten Schlitzmaske geschickt. Diese Maske besteht aus Eisen und ist mit dem Hochspannungsanschluß der Röhre intern verbunden.
      Dadurch wirkt diese hohe Spannung als Beschleunigungsspannung und direkt hinter der Maske befindet sich die sogen. Leuchtschicht. Ein großer Teil der Elektronen fließt jetzt in der Maske ab.
      Beim Auftreffen der durch die Maske auf die Leuchtschicht hindurchgelangten Elektronen fluoreszieren dann die angestrahlten Pixel in der betreffenden Farbe. Je mehr Energie (Elektronen), desto heller.
      Jeder Schlitz in der Maske, dicht vor der Leuchtschicht, ist einem bestimmten Punkt dort zugeordnet, der dann in der betreffenden Farbe und von der Energie des momentanen Strahles abhängig leuchtet.
      Hier werden rote, grüne und blaue Pixel dann zielgenau getroffen, sie liegen immer abwechselnd nebeneinander, und konstruktiv bedingt werden dann immer die der zugehörigen "Kanone" aufleuchten.
      Damit ist die eiserne Schlitzmaske als magnetischer Werkstoff auch durch externe magnetische Einflüsse magnetisierbar. Geringste magnetische Einflüsse bewirken ein "Danebentreffen" der benachbarten Elektronen.
      Und dann wird nicht mehr nur das zugehörige Pixel, sondern auch benachbarte, andersfarbene Pixel zum Aufleuchten angeregt. Die Farbreinheit ist dann gestört. Das zur grundsätzlichen Physik.

      Das Erdmagnetfeld nimmt nun Einfluß auf den genauen Landungspunkt der abgelenkten Elektronenstrahlen, also wirkt es bei einer Änderung der Röhrenachse gegen seine Feldlinien auch wieder verschieden.
      Der Grund ist die Remanenz des Magnetismus in der Maske, die ja aus magnetisierbarem Eisen besteht. Also ein Restmagnetismus, der sich je nach Stellung zum Erdmagnetfeld verändert.
      Und die Landungspunkte, vor Allem am Rand des Bildes beeinflußt. Nach jeder Änderung der Röhrenachse relativ zum Erdmagnetfeld bestehen also verschiedene Verhältnisse.
      Dem kann nur entgegengewirkt werden, wenn sämtliche Remanenz (Restmagnetismus) neutralisiert wird. Bei intakter Röhre treffen die Elektronen der drei Kanonen dann wieder "ihre" Pixel zielgenau.

      Magnetismus kann physikalisch auf drei Arten beseitigt werden: Ausglühen, starke mechanische Schläge und ein externes magnetisches Wechselfeld....die beiden erstgenannten Methoden scheiden selbstredend aus :D
      Hier kommt also ein magnetisches Wechselfeld zum Einsatz. Aber: Um die Remanenz zu beseitigen, muß dieses Feld langsam ausklingen, also sich sozusagen aus dem Geschehen "herausstehlen".
      Das wäre konstruktiv ein ziemlicher Aufwand, wenn sich eine solche erregte Spule räumlich dabei von der Maske der Röhre und umliegenden metallenen Konstruktionsteilen entfernen müßte.
      Also bedient man sich der Alternative, die Erregung innerhalb weniger Sekunden sanft abklingen zu lassen....das geschieht mit einem sogenannten PTC-Widerstand.
      Es ist physikalisch völlig Latte, ob Du Dich räumlich entfernst oder das Feld sanft abklingt. Beides führt zum angestrebten Ziel, die Remanenz zu beseitigen.
      Dieser in Serie mit der Spule geschaltete Widerstand hat in kaltem Zustand einen sehr niedrigen Wert, läßt direkt beim Einschalten einen hohen Stromfuß zu und damit ein sehr großes magnetisches Wechselfeld entstehen.
      Aber sofort erwärmt sich dieses Bauteil durch den Stromfluß (Eigenerwärmter Betrieb eines Kaltleiters), und damit erfolgt automatisch die Abschwächung des Wechselfeldes bis hin zur (thermischen) Abschaltung.
      Räumliche stetige Entfernung ist ja gleichzusetzen mit physikalischem Abklingen des Wechselfeldes. Der Widerstand dieses Bauteiles steigt und damit fällt der Stromfluß (stellvertretend für das Feld) bis gegen Null.

      Zur Anwendung eines externen Entmagnetisiergerätes gilt demzufolge, daß nach Einschalten der Spule mit kreisenden Bewegungen vor / um den Schirm langsam Abstand genommen wird, erst in der Entfernung (1m) ausschalten.
      Keine Kreditkarten, Disketten etc in der Nähe liegen lassen <X
      Auch das Einschalten sollte in Abstand von der Röhre geschehen, dann langsam kreisend drauf zu und wieder zurück.

      Ein Eigenbau ist denkbar einfach: Eine alte Spule von einer kaputten Röhre / Fernseher o. Ä. an einen Trafo mittlerer Leistung mit ca. 40V sekundär anschließen, dann klappt das astrein.
      Direkt an 230V angeschlossen hätte zur Folge, daß die Spule aufgrund ihrer niedrigen Induktanz innerhalb weniger Sekunden glüht und / oder die Sicherung in der Unterverteilung auslöst.

      Hoffe, das war soweit verständlich

      Gruß
      Winfried
      Vacuum-Fachverkäufer

      Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher sich durch Gebrauch vermehrt! :thumbsup:

      Aus aktuellem Anlaß weise ich darauf hin, daß Reparaturtips nur unter Beachtung der Regeln im Umgang mit elektrischen Geräten befolgt werden sollten!
      Sollten dort Zweifel bestehen, bitte einen Fachmann zu Rate ziehen!