Centipede PCB

  • Nabend die Herren ...


    Ich ha mich mal ein paar Tage eingeschlossen und versucht meine Cantipede PCB zu reparieren. Ich hab mir vor kurzem nen Oszilloskop zugelegt und war nun heiss drauf das Ding endlich wieder zum rennen zu bringen. Sieht auch schon nicht schlecht aus aber jetzt bin ich an nen unkt gekommen, da weiss ich nicht mehr so recht, was ich noch machen soll.


    Auf den Bildern sieht man die Evolution meiner Flickerei. Bild 1 ist der Ausgangszustand. So sahs aus, bevor ich anfing. Ich habe dann alle Sockel neu verlötet, Bausteine gesäubert usw. ... das Standardprogramm also. Hat aber nix gebracht. Dann fing ich an per Huckepacktestverfahren die anderen Chips zu testen. Dabei kamen mir zwei kaputte 74LS32 unter den Lötkolben. Als ich die getauscht hatte, reagierte die Platine so wie in dem kleinen Filmchen hier:
    http://www.retrocustom.de/phot…entipede/small/repair.avi


    Tja und da wären wir ... ach ja: die ROMs sind alle ok, die wurden getestet ;) Wat nu? :confused:


    cheers, prc

  • So, wieder paar Stunden verbrannt ABER ich bin da nen Schritt weiter. Der Mr. Do! hatte da ein paar Tips, worauf ich drauf kam, das die CPU auf der Resetleitung ein schwingendes Signal kriegte! Das Ding resettet also permanent. Das wiederum wird gesteuert durch nen LS90, dem ich die die Haxen abgeknipst habe. Nun startet das Spiel sobald ich ne Strippe mit 5V drauf an den Resetpin halte! Soweit schon mal super. Jetzt muss ich nur noch nen altes Board finden, auf dem nen LS90 über ist oder halt rausfinden obs an was anderem lag. Ich hoffe das geht jetzt relativ straight forward.


    Erstmal würde ich sagen Board gerettet!!!


    chers, prc

  • Moin Ully!


    Ja, die Overlays ... hab schon nen total schlechtes Gewissen deswegen, die sind schon längst fertig ... hab den Scott auch schon angeschrieben aber dann den Faden verloren. Ich schreib gleich mal ne Mail und setz dich ins CC ;)


    Back to topic: Danke fürs Lob ... ich tu mein bestes. ist allerdings echt ne sau Arbeit. Für die Zeit, die ich verbracht habe und den ganzen Schrott, den ich angeschafft habe, um überhaupt so weit zu kommen hätte ich zwei funzende PCBs bekommen. Aber was solls ... geht ja auch um den Lernfaktor.


    gruß jörg

  • So ... letzter Eintrag. Ich hab nochmal eben ein vorher totes ARII neu bestückt. Alle Kondensatoren, Transistoren und den bösen R29 getauscht und natürlich den Sense-Mod gemacht. Funzt wie am ersten Tag :D


    Jtzt muss ich ran und die Sidearts und CPO mal anbringen. Mal abgesehen von der 100.000er Marke in den Highscores. Die werden leider nicht gespeichert aber da bin ich dran. Kleiner Kondensatortausch, dann sollte auch das wieder gehen.


    Ich werde berichten ...
    cheers, prc

  • Inspiriert durch den heutigen Reparaturbericht des Kollegen aus Filderstadt, will auch ich mal meine Reparaturen besser dokumentieren. Zum einen für mich, zum anderen für die Nachwelt und als Ansporn, denn ich hatte als ich begann, KEINE Ahnung von irgendwas, löten konnte ich auch nicht und ich hatte kein Multimeter. :D


    Also nur Mut, mit viel Zeit, noch mehr Zeit und etwas Rquipment, kann jeder es lernen.


    Heutiges Problem: Am letzten Dienstag beim Ligaspiel fing aus heiterem Himmel der Centipede an, piepsende Geräusche von sich zu geben. Auf dem Schirm sah man noch die Hälfte der Highscoreliste und ein paar Mushrooms. Sonst stand alles still. Beim Betätigen des Testschalters, piepte es weiter in anderer Tonlage und der Schirm wechselte auf komplett weiß.


    Wo fängt man an? Das übliche Messen der Voltages und Reinigen der Beinchen aller gesockelten Teile habe ich vorher schon gemacht, das konnte ich ausschließen. Das Gepiepse deutete auf einen dauernden Reset hin. Der Resetpin an der 6502 CPU ist Pin40. Der wechselte (wie erwartet) fleißig von High auf Low (oder umgekehrt :D). Nun gesteuert wird das durch den sog. Watchdog Circuit, den Atari bei fast allen seiner PCBs aus der Zeit implementiert hat.


    Der Watchdog ist ein Schaltkreis, der von verschiedenen Komponenten immer wieder ein "OK, ich arbeite noch korrekt" bekommt. Falls eine Komponente dies nicht mehr meldet, geht er von einem Defekt aus und resettet das Spiel. Wenn das wie in meinem Fall, dauernd passiert, kann das mehrere Ursachen haben. Möglich ist ein defektes ROM oder RAM, irgend ein Problem bei der Adressdekodierung, fehlerhafte Sockel, CPU kaputt, usw. usw.


    Tja, da steht man erstmal da, wie ein frisch gevögeltes Eichhörnchen ... Atari hat aber neben dem Watchdog noch was anderes in seine frühen Arcade PCBs eingebaut: einen Selftest. Der ist n der Lage zumindest vage anzuzeigen, wenn ein RAM oder ROM hinüber ist, bzw. nicht gelesen/geschrieben werden kann. Da meine PCB aber "stuck in watchdog" war, wie der Fachmann sagt, müsste ich diesen zunächst deaktivieren. Das geht (nach Studium des Schaltplans) über PinK auf GND am Platinenstecker. Das getan und wieder in den Selftest gewechselt, gab mir die PCB jetzt zwei Beeps und blieb dann stehen. Im Manual ist das Zeichen mit "RAM auf F2" defekt" beschrieben.


    Tjoah, das war's dann auch schon ... so ein 2114er RAM ist sehr gängig, das hatte ich grad noch da. Schnell nen Sockel eingelötet und das neue RAM eingesteckt, schon war alles wieder gut.


    Die Boards sagen einem schon, was los ist, man muss nur hinhören. ;) Die ganze Aktion hat vielleicht ne Stunde gedauert und vielleicht zwei/drei Euros für Sockel und RAM Baustein. Geht noch. :D

    3 Mal editiert, zuletzt von PunkRockCaveman ()

  • Ja. "Mommy, meine PCB redet mit mir" ist immer schön aber eher selten. Meistens ist in solchen Fällen was im Adressdecoder hin oder das Programm, auch im Selftest, läuft nicht mehr weit genug, um die Hinweise zu geben. Ich warte auf den nächsten Ausfall. Diese PCB hat eh den Wurm drin, die ist schon mindestens zehn mal ausgefallen. Ich Hänge aber an ihr und noch zwei/drei Reparaturen, dann ist sie komplett gesockelt. ;)


    Einen habe ich noch nachzulegen: die Platine hatte schon immer ein Lautstärkeproblem. Selbst bei voll aufgedrehtem Poti im Cab war nur so schemenhaft und unter größtem Gesumme der Spielesound zu hören. Das nervte mich vor einiger Zeit derart, das ich mir das ansehen musste. Den LM324 Soundamp hatte ich bereits vorher schon mal ausgetauscht. Die gehen gerne kaputt. Meiner war damals wohl aufgrund der fehlerhaften 12V Einspeisung vom maroden ARII Board gestorben. Damals hatte ich gar keinen Ton, nach dem Austausch dann wenigstens den flüsterleisen. Nun denn ... Der LM war also auf jeden Fall gut. Der Schaltplan gab auch nicht so viel her, denn ab dem Punkt der Vorverstärkung auf der PCB (der eigentliche Amp. ist ja das ARII) kommt nicht mehr viel. Ich checkte dann die trivialen Bauteile und fand den Fehler: jemand hatte den Keramik(?) Kondensator mit einem herkömmlichen mit gleicher Kapazität ersetzt. Argh! Da muss man erstmal drauf kommen. Also schnell zur Elektronik-Apotheke und nen neuen besorgt ... siehe da: glasklarer und lauter Sound. Den Poti im Cab brauche ich nun fast nicht anfassen, sonst fliegen einem die Ohren ab.


    Das einzige, was nun noch nicht funzt (tat es noch nie, hat mich bisher aber nicht gestört), ist das Speichern der Highscores. Mal schauen, ob ich mir das auch noch vornehme.

  • Ich finde es gut (sehr)!
    Ich finde ja auch dass die Atari PCBs samt Dokumentation einem Laien (wie ich auch einer bin und bleiben werde) sehr entgegenkommend sind. Ich glaub wenn man eine Cat Box hat muss man gar nix mehr machen :D


    Der Hiscore wird im Earom auf E5 gespeichert, da muss irgendwo ein -30V Testpunkt sein. Da mal messen, messen, messen.

  • Jup, Atari ist Noob-friendly ;) Die haben auch ein Buch rausgebracht, in dem das erforderliche Grundwissen (so ganz generell) für PCB-Reparaturen schön für Vollpfosten niedergeschrieben wurde. Hier das: http://pdf.textfiles.com/technical/atari_thebook.pdf


    Die Voltages habe ich schon gecheckt ;) sind nur ~25V. Komisch ist auch, dass das Earom im Testmode als fehlerhaft angemeckert wird (4FF-Fehler wird angezeigt). Das Earom ist aber nos. Ich vermute, dass irgendwas in der Adressierung hakt, wenn das Auslesen schon nicht geht.

  • Muss ich testen ... bisher habe ich das Problem mehr oder weniger ignoriert, da ich eine Tafel und ausreichend Kreide im Gameroom habe :D

  • das EAROM lässt sich notfalls auch mit relativ wenig aufwand durch andere typen ersetzen. weil EAROMs wachsen ja leider nicht mehr nach ;)

  • da lohnt ja fast das selber bauen nicht.........
    wär mal interessant was er da verwendet hat. ich tippe auf einen 2kx8 eeprom ala at28c16 oder so.....

    2 Mal editiert, zuletzt von Astrocade ()

  • Sehr merkwürdig. Ich habe nun alle Spannungen geprüft und auf Pin14 am Earom kommen sauber ca. 27V an. Das sollte passen. Ich würde den 1µ Kondensator und den ne555 schliesse ich aus. Der Kondensator ist neu und der 555er tut, was er soll. Es bleiben also noch der LS175 auf E4, der schon neu ist (muss mal ein Vorbesitzer gemacht haben) und der LS374 auf H4. Der ist aber eigentlich nur fürs Schreiben zuständig. Ich weiss auch nicht ... ich habe die PCB erstmal wieder eingebaut. Am WE will ich mal wieder spielen: Reparatur vertagt auf nächste Woche ;)