Wir lieben Arcade Games! Aber sind wir mal ehrlich - der Alptraum bei unseren Selbstbauprojekten sind die stundenlangen Lötereien an diversen JAMMA-Kabelbäumen!
Unsere Vision: Wir hätten gerne ein Interface für JAMMA-kompatible Arcade Gameboards, welches wir für unsere Selbstbauprojekte schnell und problemlos integrieren können. Dieses Interface Board sollte alle notwendigen Anschlüsse auf Basis gängiger Industriestandards bieten. Im Prinzip eine Supergun/MAK für Arcade Cabinet Selbstbauprojekte und Systemintegration.
Unsere Lösung: Wir entwickeln eine eigene PCB (printed circuit board; dt. Leiterplatte, duh!) mit allen notwendigen Anschlüssen die man für die Integration eines JAMMA Arcade Gameboards benötigt.
Die Entwicklung einer PCB ist kein Kinderspiel: Komponenten müssen so plaziert werden, dass die entsprechenden Leiterbahnen noch genug Platz finden. Die Breite von Leiterbahnen muss sich an den zu erwarteten Stromstärken orientieren, usw.
Nach wochenlanger Entwicklungsarbeit war es dann soweit und wir halten eine erste Version unserer Platine in den Händen! Wir haben uns bereits die notwendigen (Print-)Bauteile besorgt und löten diese von Hand ein. Dies gestaltet sich sehr entspannt.
Bei den verwendeten Steckern und Buchsen auf unserem JAMMA Interface Board haben wir uns weitgehend an bestehende Standards gehalten:
So finden sich für die Controller entsprechende 15-Pin D-Sub Stecker. Hier haben wir die Pin-Belegung des Neo Geo MVS/AES originalgetreu rekonstruiert. Für Insider: Die Doppelbelegung von Pin 4 und 9 für Button 4 ist ebenso nachgebildet, wie die 5 Volt Versorgungsspannung. Diese Controller-Anschlüsse sind jeweils für einen Joystick und 4-Buttons ausgelegt und erlauben sogar den Anschluss eines Neo Geo nach Playstation Adapters. So kann man die eigenen JAMMA-kompatiblen Arcade Gameboards sogar mit PlayStation (1/2) Dual Shock Controllern spielen.
Auch beim Videosignal verwenden wir eine standardisierte 9-Pin D-Sub Buchse. Das analoge 15 kHz RGB-Signal mit Composite Sync steht für kompatible Multisync- oder Arcade-Monitore direkt zur Verfügung. Es kann sogar ein handelsübliches 9-Pin auf 15-Pin VGA Kabel angeschlossen werden, wenn ein entsprechendes Multisync-Display dies erfordert.
Alle D-Sub Bauteile sind übrigens gegen Interferenzen abgeschirmt, denn wir wollen optimale Bildqualiät!
Zur Stromversorgung steht eine 4-Pin Molex Buchse zur Verfügung, wie sie auch bei PC-Komponenten Verwendung findet. Hier ist statt der zweiten Masseleitung eine -5 Volt Versorgungsspannung vorgesehen, die in der Praxis jedoch selten benötigt wird.
Als Lautsprecherausgang steht eine abgeschirmte Cinch Buchse zur Verfügung. Hier wird natürlich direkt ein Mono-Lautsprecher angeschlossen.
Als Einstellmöglichkeiten haben wir drei Regler für die Farbintensität der Grundfarben (Rot, Grün, Blau) eingebaut. Hier kann man noch Farbnuancen des angeschlossenen JAMMA Gameboards nachregeln. Darüber hinaus erlaubt ein Taster den Start in den Testmodus, falls dies vom Gameboard unterstützt wird. Eine rote LED zeigt an, sobald eine (5 Volt) Versorgungsspannung an das JAMMA-Interface angelegt ist. Bei automatischen Schaltnetzteilen wird die LED pulsieren, wenn kein JAMMA Gameboard angeschlossen ist.
Beim ersten Test kommt Begeisterung auf - die Bildqualität ist hervorragend und die Pinbelegung der Joysticks weist keinerlei logische Fehler auf.
Unser JAMMA Interface kommt bei uns immer dann zum Einsatz, wenn es um die unkomplizierte Integration von JAMMA-kompatiblen Arcade-Gameboards in Selbstbauprojekte geht aber auch für einen schnellen Test von Gameboards ist unser Interface sehr brauchbar.
Bevor wir aber noch ein paar von unseren Boards bauen können, warten wir noch auf ein paar hochwertige Zubehörteile...
Unser Aublick? Eine erweiterte Version etwa, bei dem wir einen USB-Host-Controller auf solch einem Board integrieren, um den Anschluss von USB-Gamepads zu ermöglichen? Mal sehen...
Viele liebe Grüße und bis zum nächsten Mal,...
Bobby der Bär
