Electrohome G07 Bildbreitenspule

  • Im Farbfehlre-Thread schrieb ich ja:

    Zitat

    Die Bildweitenspule ist unten gebrochen (auf dem Foto nicht zu erkennen), scheint aber noch keine negative Auswirkungen zu haben. Hier hoffe ich, das mit Heisskleber fixieren zu können:

    Leider war meine Vermutung, dass es keinen Einfluss zu haben scheint, etwas voreilig. Das Bild ist zu breit. Es kommt vor dass eine Missile so weit aussen läuft, dass man sie erst in der Mitte des Bildschirms sieht nachdem sie sich in fünf Missiles geteilt hat.

    Also Spule ausgelötet und zerlegt:

    Nun hat ja Winni eine Spule aus einem MTC900 als Grundkörper genommen. Diese sind aber auch nicht besser erhältlich als die G07.

    Den Grundkörper kriege ich ja noch gerichtet. Aber das mit dem Ferrit ist böse. Ferrite in dieser Grösse scheinen nirgendwo mehr zu existieren.

    Eine Madenschraube m6x25 oder m6x25 würde aber (mechanisch) perfekt passen.

    erst einmal gemessen:

    Spule ohne Inhalt: 70uH

    Spule mit Edelstahl-Madenschraube (habe ich zufällig in der Schublade): 70uH ;(

    Spule mit M6 Stahlschraube: 120uH

    Spule mit dem grossen Teil des abgebrochenen Ferrits: 180uH

    Da braucht es einen ganze Ecke Glück, dass es mit diesem doch stark eingeschränkten Einstellbereich auch reicht.


    PS: Wenn jemand eine Idee hat wo man einen Ferrit mit m6x20 oder m6x25 beschaffen könnte: bitte melden!

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  • Vergiß das mit der Schraube!!

    Die Wirbelstromverluste bringen das Ding zum Glühen..........

    Du brauchst Ferrit, das ist elektrisch ein Nichtleiter.

    Undd als magnetischer Werkstoff leistungsfähiger.

    Sowas habe ich natürlich hier...........

    Vacuum-Fachverkäufer

    Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher sich durch Gebrauch vermehrt! :thumbup:

    Aus aktuellem Anlaß weise ich darauf hin, daß Reparaturtips nur unter Beachtung der Regeln im Umgang mit elektrischen Geräten befolgt werden sollten!
    Sollten dort Zweifel bestehen, bitte einen Fachmann zu Rate ziehen!

  • Wie die Messung zeigt, hat das Bruchstück des Ferrits einen grösseren Einstellbereich als die Schraube. Insofern macht es eh keinen Sinn eine Schraube zu verwenden. Mehr Sinn würde es machen den Ferrit zu kleben. Aber da habe ich ehrlich gesagt keine Hoffnung.

    Zur Klebung schreibe ich demnächst noch was.

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  • Das Kleben könnte klappen, aber ob das dann mechanisch stabil bleibt, weiß ich nicht.

    Die Spule wird lecker warm................ :)

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  • Mein Plan für die Klebung wäre folgender:

    Von einer Laminierfolie (0.2mm stark, Tipp von einem Kumpel) einen passenden Streifen abgeschnitten und zusammengerollt in eine 7-er Nuss gesteckt. Das Ganze dann bei 90°C in den Backofen. Der überstehende Teil ist nötig, um das störrische Teil überhaupt zusammenrollen zu können:

    Nach dem Abkühlen einen passenden Zylinder herausschneiden, und man hat einen recht stabilen Zylinder, in den der Spulenkörper perfekt hineinpasst:

    Jetzt den Spulenkörper mit einer Schraube fixiert und den Zylinder so aufgesetzt, dass er nach leichtem Antippen selbständig in die Soll-Position schnappt:

    An einem Lötbeinchen wird noch eine Schnur angebunden, die ich bei der Klebung zügig um den Spulenkörper wickeln kann um die Klebung schnell und fest zu fixieren.

    Jetzt benötige ich nur noch einen dünnflüssigen Sekundenkleber, der lang genug flüssig bleibt, bis er sich komplett verteilt hat. Mit etwas Glück könnte der Kleber auch aufgrund der Kapillarwirkung in die Bruchfläche hineinlaufen. Das würde das Risiko minimieren, dass der Zylinder durch Erwärmung an Stabilität verliert.

    Aufgrund der zusätzlichen 0.4mm passt die originale Wicklung natürlich nicht mehr drauf und muss komplett auseinander und wieder zusammengewickelt werden.

    Ob die Laminierfolie aber hinreichend temperaturstabil ist? keine Ahnung. Bei 80°C war sie jedenfalls noch nicht willig, im zusammengerollten Zustand zu verbleiben. Und die verbauten Elkos sind allesamt auf 85°C spezifiziert. Wie heiss wird denn die Spule? kann man sie noch anfassen?

    Den angebotenen Kern würde ich gerne nehmen. Ich möchte aber erst schauen ob das mit der Klebung so funktioniert wie ich es mir vorstelle. Dummerweise hat man dazu nur einen Versuch, so dass es auf Anhieb klappen muss.

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  • Eine andere Möglichkeit der Klebung wäre, auf den Spulenkörper Heisskleber aufzutragen und diesen sozusagen auf der Innenseite der Wicklung anzukleben. Dann müsste die Wicklung aber zusätzlich noch an der Aussenseite einen Schluck Heisskleber bekommen, sonst hält die Konstruktion ja nur ein einem einzigen 0.7mm Kupferdrähtchen.

    Heisskleber dürfte aber von der Temperaturstabilität noch schlechter sein.

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  • Die Erwärmung ist abhängig von der Wirkung.

    Wenn die Spule wenig bewirkt, also der Kern nur ein wenig eingedreht ist, bleibt sie nur leicht erwärmt.

    Je weiter der Kern innen drinne ist, desto höher wird die Induktivität und um so schmaler das Bild.

    Dann aber verbleibt auch mehr Energie dort und die Spule wird heiß.

    Heißkleber würde ich dort jedenfalls nicht einsetzen.

    Deswegen ist der Kunststoff des Trägers ja auch porös geworden.

    Vacuum-Fachverkäufer

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  • Weiter im Programm:

    Schraube leicht eingefettet, nur für den Fall, dass Kleber durch das Loch, wo ein kleines Teil fehlt, durchlaufen würde.

    Klebeflächen mit Isopropol bearbeitet.

    Maurerschnur an einem Beinchen festgebunden

    Zylinder aufgesetzt, wie im letzten Bild von #5 gezeigt.

    Tropfen füssigen Sekundenkleber auf die Innenseite des Zylinders

    Zylinder aufschnappen lassen und sogleich Maurerschnur drumherumwickeln:

    Am nächsten Morgen Maurerschnur und herausgequollenen Kleber (mit Cuttermesser) entfernt:

    Klebung ist stabil, zumindest bei Zimmertemperatur.

    Schraube lässt sich gut eindrehen, der Ferrit ist jedoch im Klebebereich schwergängig. Bei genauerer Begutachtung ist neben den Gewindestegen zu erkennen, dass der Kleber tatsächlich in die Bruchflächen eingedrungen ist und sogar auch ein klein wenig auf der Innenseite herausgequollen ist.

    Das herausgequollene mit einem dünnen Schraubenzieher weggebrochen, jetzt auch der Ferrit ist leichtgängig.

    Originale Spule auseinandergewickelt:

    Ergebnis ist von einem Neuteil nicht zu unterscheiden:

    Mit dem Ferrit-Bruchstück kann ich von 70uH bis 180uH einstellen.

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  • Für den Fall, dass die Klebung nicht funktioniert hätte oder nicht temperaturstabil wäre, habe ich noch einen Plan B in der Hinterhand:

    Luftspule aus dem Lautsprecherbau mit 0.71mm Draht (Originalspule hat ebenfalls 0.71mm) und 100uH. Dann in ein Nylon-Rohr Innengewinde schneiden und einkleben:

    Aber jetzt wird erst einmal das Chassis wieder zusammengebaut.

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  • Sieht doch gut aus.

    Versuch macht kluch...........

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  • Danke für die Blumen!

    Ich bin auch gespannt, ob der Einstellbereich bis 180uH ausreicht. Und vor Allem auch ob der verwendete Kunststoff (keine Ahnung was das ist) die Wärme aushält.

    Ausgehend von der aktuellen Situation, sehe ich momentan zwei sinnvolle Möglichkeiten:

    • Sollte die Chassis/Röhren-Kombi mehr als 180uH benötigen, würde ich gerne Dein Angebot eines neuen Ferrits annehmen.
    • Sollte die Temperatur für den verwendeten Kunststoff zu hoch sein, muss wohl eine komplette neue Spule rein.

    winni: ich möchte Dein Lager nicht unnötig strapazieren. Die Teile sind immer schlechter erhältlich, und da ist es besser wenn so viel wie möglich an einer kompetenten Stelle (eben bei Dir!) verbleiben. Deswegen halte ich mich auch noch zurück, Dein Angebot eines neuen Kernes anzunehmen. Wenn die 180uH nicht reichen, werde ich versuchen die Bruchstücke zusammenzukleben. Erst wenn auch das nicht funktioniert, würde ich Dein Lager belasten wollen.

    Es ist grausam, wie schwer es mittlerweile geworden ist Ersatzteile zu bekommen. Selbst bei Teilen wie Trimm-Poti oder Elko muss man mittlerweile froh sein ein lieferbares Teil zu bekommen. Früher konnte man solchen Kram an jeder zweiten Strassenecke kaufen...

    Suche: Missile Command Upright (auch Einzelteile oder defekt)

    • Ach, so schlimm ist es eigentlich nicht, wenn man bedenkt, daß (als Beispiel) das G07 schon seit 45 Jahren auf dem Markt ist.
    • Und die 180µH max. Induktivität sind knapp. Aber möglicherweise bekommst Du das Bild schmal genug.
    • Mich selbst interessiert die Temperaturstabilität Deines Konstruktes, mehr als 40° werden es wohl nicht werden.
    • Viel Erfolg............und kein Problem, solche Spulenkörper habe ich noch genug.

    Vacuum-Fachverkäufer

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  • Mich selbst interessiert die Temperaturstabilität Deines Konstruktes, mehr als 40° werden es wohl nicht werden.

    Nach zwei/drei Stunden Spi<BS><BS><BS> Test-Betrieb wird die Spule merklich warm, man kann sie aber noch gut anfassen. Vom Gefühl her würde ich sagen: deutlich unter 50°C aussen. Innen ist es vermutlich höher. Habe versucht ganz vorsichtig daran zu rütteln und habe dabei keine Instabilitäten festgestellt. War aber wie gesagt ganz ganz vorsichtig.

    Besser wäre natürlich eine Folie von der man genau weiss, dass sie aus einem temperaturstabilen Kunststoff besteht. Polycarbonat zB ist ja bis zu 130°C stabil.

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