Missile Command Regulator/Audio-Board-II

  • Da ich sowieso einen Satz Kondensatoren für eine Bestellung zusammenstelle, dachte ich mir dass ich auch gleich die fetten Elkos auf dem AR-Board ersetze, denn es ist ein deutlicher Brumm aus den Lautsprechern vernehmbar.

    Bestellung war bereits zusammengestellt mit den aus dem Stromlauf entnommenen 3300uF. Rein zufällig hatte ich dann doch einen Blick auf die A/R-Platine geworfen. Sieht deutlich besser aus als der Rest des Cabs, fast wie neu aus dem Werk. Spannend, dass da 4700uF verbaut sind statt der im Stromlauf angegebenen 3300uF. Klar, viel Farad an diesen Stellen schadet nicht, aber würde der Hersteller freiwillig dickere (und damit deutlich teurere) Elkos verbauen? Lieferkettenprobleme waren damals doch komplett unbekannt? Auf der Platine sind aber keinerlei Spuren zu erkennen, dass diese ersetzt worden wären.

    Auf den zweiten Blick sehe ich eine stark verkohlte Stelle, wo eigentlich R30 sitzen sollte:


    Die Spannung auf dem Spielboard ist aber mit 5.03v in keinster Weise zu bemängeln. Ein Blick auf die Rückseite der Platine zeigt mir dann einen 18R/5W statt 10R/0.25W:

    Die Ursache dafür dass R30 seinen Lebensrauch ausgehaucht hat ist soweit klar: aufgrund von Kontaktproblemen auf +5VRTN ist der Strom für das Spieleboard über -SENSE und R30 geflossen, was der natürlich nicht lange mitmachen wollte.

    Aber wie bitte kommt man auf die Idee so ein dickes Ding mit 18 Ohm zu verbauen wo doch 10 Ohm sein sollen?

    Insgesamt hält sich meine Begeisterung für diese ganze Sense-Sache doch sehr stark in Grenzen. Das ist doch ganz klar over-engeneered! Hätte man diese Sense-Pins als normalen Strompfad verwendet, hätte man einen um 50% höheren Leitwert bzw einen um 33% geringeren Widerstand. Die Verlustleistung der Kontaktstellen wäre nur bei 44% (gesamt), bzw 30% (pro Kontakt) des jetzigen Wertes, was enorm zuträglich für die Lebensdauer der Kontakte wäre. Bei Kontakt-Probleme bestünde auch keinerlei Gefahr, dass das Board Überspannung bekommen könnte.

    Wie sagt man doch so schön: "gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht"

    Teufelchen auf linker Schulter sagt: "überbrücke R29 und R30 einfach, dann haste Ruhe! Kannst das notfalls auch rückgängig machen ohne bleibende Spuren!"

    Engelchen auf rechter Schulter sagt: "Das Ding bleibt ORIGINAL!"

    Ich bin mir jetzt aber nicht so richtig schlüssig, welches Teufelchen und welches Engelchen ist. Original ist das im jetzigen Zustand aber sowieso nicht mehr. :/

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  • Ich bin auch Original-Fetischist. :rolleyes:

    Die Brücke habe ich trotzdem drin.
    Man kann es auch übertreiben.

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. ;)
    Strom macht klein, schwarz und hässlich... ^^

    arcade reloaded

  • Machma das mit der Brücke..........das heißt "Sense-Mod"!

    Dann hast Du ingesamt auch mehr Querschnitt bei der Spannungsversorgung.

    Vacuum-Fachverkäufer

    Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher sich durch Gebrauch vermehrt! :thumbup:

    Aus aktuellem Anlaß weise ich darauf hin, daß Reparaturtips nur unter Beachtung der Regeln im Umgang mit elektrischen Geräten befolgt werden sollten!
    Sollten dort Zweifel bestehen, bitte einen Fachmann zu Rate ziehen!

  • Ja, Brücken kommen rein.

    Denke darüber nach, auch die Brandstelle zu reparieren. Mit gut reparierter Brandstelle und Brücken ist das sicherlich näher am Original als mit Brandstelle und dem unsäglichen Klotz auf der Rückseite.

    Dafür habe ich mir mal folgendes rausgesucht:

    Durchkontaktierungen

    Leiterbahn

    Lötstopplack

    Das verbrannte Platinenstück möchte ich wegschleifen und mit einem Harz vergiessen. Hier fehlt mir noch eine geeignete Vergussmasse. Was eignet sich gut als Ersatz für das FR4? Epoxyd? Bekommt man das auch farblich halbwegs hin?

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