Monitor im Universal Cabinet zeigt fehlerhaftes Bild

  • Moin Leute!



    Wie schon in meiner Uservorstellung geschrieben besitze ich TVnew Universal Cabinet. Soweit funktioniert alles aber das Monitorbild ist leider noch fehlerhaft. Der Monitor selbst ist ein Hantarex MTC9000. Das Netzteil ein Hantarex US 250. Der Monitor hat keine sichtbaren Einbrennungen.


    Wenn ich mein Automat starte kommt das Bild ziemlich schnell aber er zeigt kein einheitliches Bild sondern es ist ein Streifen wo die Linien feiner sind als beim Rest (Sorry dass ich das nicht fachmännisch ausdrücken kann). Bei horizontal gedrehtem Monitor ist es oben, bei vertikal gedrehtem Monitor rechts. Desweiteren sind die Farben nicht korrekt und irgenwie zu kontrastreich bzw. im unteren Bereich leicht verschwommen. Ich habe schonmal an den Reglern gedreht aber so richtig besser wird es nicht. An den Reglern hinten an dem Neckboard der Röhre habe ich mich noch nicht getraut etwas zu verändern. Zum besseren Verständnis habe ich mal ein paar Bilder gemacht.



  • Der Klassiker:
    Die Kombi aus US250 als Netzteil und ein MTC9000 Monitor.
    Der Monitor hat zu wenig Betriebsspannnung. Als Erstes wird dann die vertikale Randlinearität sichtbar gestaucht. Normal, leider.
    Hintergrund: Das Netzteil liefert die 5V (einstellbar) für die Spieleplatine und gleichzeitig auch 135V Gleichspannung für das Chassis.
    Und 135V sind für das MTC9000 schon sehr knapp. In der Praxis sind es dann oft noch weniger.
    Leider hängt hier die Betriebsspannung des Chassis von der Einstellung der 5V ab.
    Die 5V mal kontrollieren, vlt. sind die noch zu wenig, erhöhen wird die Stauchung beseitigen.
    Leider aber bekommt dann die PCB evtl. zuviel Spannung. Kannst Du nur mal so zum Probieren machen, nicht dauerhaft.
    Abhilfe wäre, eine zusätzliche Belastung auf der 5V Schiene einzubauen. Eine alte H4 Birne oder einen Widerstand 2Ω / 17W oder so.
    Damit würde die Netzteilregelung das Puls/Pausenverhältnis erhöhen und der magn. Fluß im Sperrwandlertrafo stärker----> höhere Ausgangsspannung auf der 135V!
    Alternativ ein Arcadenetzteil für die PCB nachrüsten und die US250 dann passend aufdrehen.
    Gruß
    Winfried


    Edit: Natürlich kann auch ein Fehler auf dem Chassis vorliegen, schlappe Elkos oder dergleichen.
    Aber erstmal die 135V kontrollieren!

    Vacuum-Fachverkäufer


    Wissen ist der einzige Rohstoff, welcher sich durch Gebrauch vermehrt! :thumbsup:


    Aus aktuellem Anlaß weise ich darauf hin, daß Reparaturtips nur unter Beachtung der Regeln im Umgang mit elektrischen Geräten befolgt werden sollten!
    Sollten dort Zweifel bestehen, bitte einen Fachmann zu Rate ziehen!

  • Hi Winni!


    Vielen Dank für deine Erklärung. An dem 5V Regler hatte ich noch nicht gedreht. Wo genau muss ich denn die 135V und 5V messen? Meinst du mit H4 Birne / Widerstand einbauen in den 5V Kabelstrang? Sorry hab bisher leider null Ahnung was Arcade Automaten angeht (eher Flipper).


    Und noch eine Frage, beseitigt dass dann auch die etwas falschen Farben? Oder muss ich da einfach mal an den Neckboard Regler drehen ( was muss man da denn beachten?)


    Wenn ich meine SkatTV Platine anschließe ist das Bild auch viel zu hell, man erkennt kaum die Karten usw. Ach und was mir noch einfällt, wie ich rausgefunden habe gibt es ja original so eine Fernbedienungen für die Regler am Chassis (jedenfalls laut einem Bild). Gibt es sowas noch zu kaufen?

  • Die Spannungen sind auf der Sekundärseite des Netzteiles meßbar. Die Belegung steht doch seitlich am Deckel.
    Oder halt direkt an den Verbrauchern. Also an dem Stecker zur PCB die 5V mal gegen GND kontrollieren.
    Am Monitor ist es der vierpolige grüne Stecker. Vorsicht! Das äußere Paar führt 230V ~, das innere Paar sollte 135V = führen.
    Einstellung erfolgt mit dem kleinen schwarzen Knopf oben an der Abdeckung des Netzteiles.
    Gruß
    Winfried

    Vacuum-Fachverkäufer


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  • Kommt auf Deine Skills an.
    Das US250 krankt an Lötstellen und zwei, drei kleinen Elkos.....Vorsicht vor dem Ladekondensator beim Öffnen, der ist oft noch wochenlang bissig <X
    Das MTC9000 braucht ggfl. auch Pflege der Lötstellen und ein paar Elkos mehr, bei Bedarf kann ich Dir das mitteilen
    Gruß
    Winfried

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  • Also Bauteile wechseln wäre kein Problem, habe eine ordentliche Entlöstation und Lötstation. Dein Bauteileangebot würde ich gerne annehmen. :thumbup:


    Kann man den Ladekondesator (ist das der dicke schwarze auf meinem Bild?) auch vorher entladen wie eine Bildröhre (Videos habe ich mir dazu heute schonmal angeschaut)?

  • Die Bauteile kannste selber beschaffen, das wäre doch kein Prob.
    Und nein, der "Dicke" auf dem Chassis bleibt sowieso drinne....im US250 ist solch ein dicker, der dürfte sich nicht mehr von selbst entladen!
    Dazu nimmst Du einen 100Ω Widerstand, 2 W und hälst den ein paar Sekunden über die beiden Anschlüsse. Oder eine Zange nehmen und "Patsch!"
    Anschließend Spannung mit Meßgerät kontrollieren, unter ein paar Volt kannste dann sorglos beginnen.

    Vacuum-Fachverkäufer


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  • Ach, so gesehen kann ich Dir die paar Elkos auch eben eintüten.
    Habe mal den Schaltplan rausgesucht.
    Du benötigst für die US250 zwei kleine Elkos, die in der Nähe des IC der Primärregelung verbaut sind.
    Die gehen immer defekt und das Netzteil schwächelt dann, bis zum Totalausfall.
    Für die Glättung der 135V ebenfalls zwei Elkos. Die anderen gehen eigentlich nicht kaputt.........
    Also C39, 47/25 und C15, 470/25 im Primärteil. C18, 47/250 und C19, 10/250 sekundär für die 135V.


    Das MTC 9000 braucht ein paar Elkos mehr, eigentlich auch kein Akt.
    Allem voran der C34, 22/160, ich ersetze den immer mit 47/160 oder 250.
    Dann zwei kleine 1/250, hier nehme ich immer 2,2/250, das sind C56 im Netzteil und C45 für die -190V aus dem ZTr.
    C54 mit 22/250 im Netzteil, der C42 am O/W-Modulator ist bei Dir schon ein gelber Folienkondi, den kannste drinne lassen.
    Ferner tausche ich dann noch den C16 auf der 12V, 1000/16 und den C205 mit 10/250 auf der Bildrohrplatine.
    Letztlich C38, 1/63 und C9, 100/35 in der Vertikalablenkstufe.
    Damit sind alle mir bisher aufgefallenen Kondis ersetzt.


    Löten....siehst du selbst, an allen (!) Steckverbindungen, größeren schweren Bauteilen, Impulskondensatoren, Zementwiderständen und Halbleitern auf Kühlflächen.
    An Zementwiderständen sind die Lötstellen oft schon regelrecht korrodiert, so solltest Du das Bauteil ganz auslöten und die Beinchen vorher wieder blank machen.


    Gibma Addy per PN, dann bringe ich das morgen in die Post.


    Gruß
    Winfried


    Edit:
    Wenn Du das gründlich machen willst, ersetze noch den Rückschlagkondensator 3900pF/2KV in der Zeilenendstufe.

    Vacuum-Fachverkäufer


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  • Ich habe am Wochenende die beiden Spannungen gemessen.


    Statt 5V waren es 4,68V --> habe ich auf exakt 5V eingestellt
    Statt 135V zeigt es mit nur 121,4V an.


    Der hellere Streifen auf dem Monitor ist weg (jetzt alles gleichmäßig) aber die Farben stimmen immernoch nicht. Das Chassis und die Netzteilplatine habe ich ausgebaut und werden mit neuen Bauteilen bestückt wenn sie dann da sind.

  • 121V ist immer noch klar Unterspannung.
    Direkt am Netzteil gemessen kannst Du sorglos 5,1V einstellen, was Dich dann auf 124V für den Moni bringen wird.
    Wenn der Widerstand als zusätzliche Last montiert ist, solltest Du wenigstens 130V haben.
    Und vielleicht reißen die neuen Elkos noch was raus.
    Die Teile sind unterwegs, habs erst heute geschafft, aber sollte dann morgen ankommen.
    Gruß
    Winfried

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  • und genau DAS ist falsch....
    das muß kesseln, also unter realen Bedingungen, unter Belastung halt
    Stell die 5V auf 5,1V und stecke dann die PCB an.
    Du wirst feststellen, daß die 121V dann auch deutlich erhöht sind.
    Leider hängt die Betriebsspannung des Monis nicht nur von der Einstellung der 5V, sondern auch von der tatsächlichen Betriebslast (5V) ab
    Gruß
    W.

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  • Hmmm. Also ich habe es auch gemessen mit angesteckter Spielplatine und Kabeln aber dann hat mein Multimeter immer nur 92V angezeigt und die gingen dann immer weiter runter. Dachte dass ich falsch gemessen habe.


    Aber die 5V habe ich in beiden Zuständen gemessen.

  • Das ist wiederum völlig richtig.
    Bei intakter US250 wird die Spannung 5V auch sehr gut stabilisiert, ob Du nun nix oder eine große PCB dranhängst.
    Die ändert sich so gut wie gar nicht, im Bereich von 10 bis 20 mV vielleicht. Das ist auch gut und so gewollt.
    Die primäre Netzteilregelung orientiert sich einzig an der Ausgangsspannung 5V.
    Und genau DAS ist der Punkt:
    Die 135V für den Moni kommen aus der gleichen Schaltung und dem gleichen Trafo.
    Wenn jetzt die 5V stark belastet werden, ist der magnetische Fluß in diesem Trafo stärker, soweit klar?
    Weil der Regelkreis jetzt natürlich mehr Energie aus dem Netz in diesen Trafo pumpt, um die Spannung 5V zu halten.
    Und die (ungeregelte) Spannung 135V wird sich dadurch ebenfalls (parasitär) deutlich erhöhen!
    Designfehler, würde ich das nennen. Dafür relativ simpel und zuverlässig konstruiert.
    Genau das wäre dann aber der gewünschte Effekt, um den Moni stabil zum Laufen zu bringen.
    Du kannst die 5V auch richtig aufdrehen, dann wird die Spannung 135V auch erreicht, klar.
    Aber die angeschlossene PCB mag das überhaupt nicht.
    Deswegen der zusätzliche Widerstand zur Belastung der 5V, der dann der 5V-Regelung eine größere Last beschert.
    Und damit dem Moni ausreichend Spannung, obwohl nun die 5V nicht überschritten werden.
    Gruß
    Winfried

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